Wandertag vor den Toren Dublins

Heute nochmal aktiv und raus an die Luft, die frische und salzige Luft am Meer tief inhalieren. Jetzt geht es mit dem Dart (der Regionalbahn) nun in die entgegengesetzte Richtung und zwar nach Bray. Dort gibt es den Cliffwalk, einen Panorama-Wanderweg welcher direkt an der Steilküste entlang führt und dann nach etwa 10 Kilometern in Greystones ankommt. 


Auf dem Weg zum Cliffwalk bin ich an einem kleinen Steinstrand vorbei gekommen und es stimmt, dass für einige Bewohner der Insel von ca. 16-18°C ausreichendes Badewetter zu sein scheint.

Viel interessanter war bzw. ist für mich der Fakt, dass die Iren eine starke nationale Identität haben und sich nicht von Großbritannien vereinnahmen lassen wollen. 

Das erkennt man schnell daran, dass jedes Schild und jeder Wegweiser zweisprachig ist. Einfachheitshalber nutzt man das Englisch einfach mit, denn so haben es die zahlreichen Touristen einfacher, so sagte man mir in einem Gespräch.  Ich muss sagen, ich bin angetan von der Geschichte und dem irischen, rebellischen Bewusstsein. Der Kampfesmut und Wille sich von der englischen Krone loszusagen, er war nicht kleinzukriegen und hat sich dann vor gut einhundert Jahren auch ausgezahlt, die Republik Irland ist eigenständig und will es auch bleiben. 


Randnotiz:

Eine Bewegung bzw. eine Strömung die ich demnächst (nicht nur) in Schottland wieder spüren werde. Immer wenn ich mit Einheimischen ins Gespräch komme erfahre ich mehr über das Land, die Region und die Menschen. Ich hatte nicht erwartet, dass ich so schnell auf Tuchfühlung gehe und mich so schnell in politischen Diskussionen über Schottland, die Balearen oder Katalonien wiederfinden würde - aber was denke ich mir auch. Rucksack auf und los, nicht denken - leben. 


Am Abend dann in Grogans Pub, einem richtigen irischen Original, eingekehrt und wieder handgemachte Musik genossen. Es war ein kleiner Fußmarsch, weil er nicht mehr in mitten der Partymeile von TempleBar liegt und etwas ab von Touristenströmen ist. Hier kann man sich niederlassen und die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen, ein Buch lesen und die Seele baumeln lassen. 


Ein weiteres Dublin Original ist „the Brazen Head“, man behauptet von sich der älteste Pub in Dublin zu sein. Established 1198 sagt eine Aufschrift an der Wand und ich habe keinen Grund es nicht zu glauben. Meine ganz persönliche Empfehlung hier wäre das Irish Guinness Stew, eigentlich wie ein Irish stew aber mit Rindfleisch statt Lamm und dem lokal gebrauten aber weltweit geschätzten Guiness Bier. 


Das soll es dann langsam mit Dublin gewesen sein, zumindest vorerst. Eine tolle erste Station meiner Reise, eine echte Perle auf der grünen Insel. Ich kann verstehen warum man zurückkommen will und vielleicht passiert mir das ja auch noch. 


Als kleine Gedächtnisstütze habe ich mir Google Maps Listen eingerichtet und meine besuchten Orte bzw. evtl. auch ein paar die ich noch sehen will abgespeichert. Zum einen hat’s die Navigation vor Ort erleichtert und zum anderen dachte ich, jeder der hier mitliest kann so evtl. schnell und ohne große Recherche meine Erlebnisse nachverfolgen oder selbst aufsuchen. 




Das Grogans, zugegeben es kommt unscheinbar daher. So unscheinbar, dass ich beim ersten Mal direkt daran vorbei gelaufen bin.



The Brazen Head, nicht nur der älteste Pub in Dublin wie oben geschrieben, scheinbar sogar in der ganzen Republik Irland.



Seit 1198 unverändert, der Eingang zum Brazen Head, so früh am Abend noch ohne Türsteher.



Wegweiser im Innenhof des Brazen, ob sich hier wohl eine zukünftige Etappe meiner Reise schon angekündigt hat?


Blick vom Strand auf Bray Head.



Das Schild am Strand auf Irisch...



... und auf Englisch.



Die ersten Meter des Cliffwalks.



Küsten-Graffiti, leider habe ich nur keine Eichhörnchen erspähen können. Der hat sich mehr oder weniger schüchtern gezeigt...



Eine der Ruinen am Cliffwalk, unverständlich der Blick und die Luft sind ein Traum.



Hin und wieder zischt der Dart vorbei und verschwindet dann wieder in einem der unzähligen kurzen Tunneln auf der einspurigen aber in beiden Richtungen befahrenen Strecke.



Die grüne Insel, jap.



Mal geht´s bergauf...



... und dann wieder bergab.



Meine Panorama-Aussicht beim Lunch befindet sich auf etwa der Hälfte der Strecke etwas abseits vom Weg. Notiz an mich selbst: Blattsalat als Mittagessen ist gut, aber in einer ungeschützten windigen Küstenregion eher nicht so gut geeignet.



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